Lyophilisat: Lagerung und Stabilität im Labor
Gefriergetrocknete Peptide sind vergleichsweise stabil, aber nicht unempfindlich. Feuchtigkeit, Wärme, Licht und Sauerstoff sind die vier Faktoren, die zählen.
Peptide werden als Lyophilisat geliefert, also gefriergetrocknet. Durch den Wasserentzug laufen die meisten Abbaureaktionen nur noch sehr langsam ab. Stabil heißt aber nicht unbegrenzt haltbar.
Die vier Einflussfaktoren
| Faktor | Was passiert | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|
| Feuchtigkeit | Hydrolyse, Verklumpung | Vial geschlossen halten, vor dem Öffnen auf Raumtemperatur bringen |
| Wärme | beschleunigt alle Abbauwege | gekühlt lagern |
| Licht | Photooxidation, v. a. bei Trp, Tyr | im Umkarton lagern |
| Sauerstoff | Oxidation von Met, Cys, Trp | Vial nicht unnötig öffnen |
Temperatur
Auf dem Etikett unserer Peptide steht gekühlt lagern, max. 8 °C. Für eine längerfristige Lagerung wird in der Forschung üblicherweise -20 °C gewählt. Wichtig ist vor allem Konstanz: Häufige Temperaturwechsel schaden mehr als eine gleichmäßig kühle Lagerung.
Der häufigste Fehler: Kondenswasser
Ein kaltes Vial, das sofort geöffnet wird, zieht Luftfeuchtigkeit an. Diese kondensiert auf dem Pulver. Deshalb im Labor das geschlossene Vial zuerst auf Raumtemperatur kommen lassen.
Peptide in Lösung
Gelöste Peptide sind deutlich weniger stabil als das Lyophilisat. Übliche Laborpraxis:
- Lösungen aliquotieren, um wiederholtes Einfrieren und Auftauen zu vermeiden
- Aliquote kühl und lichtgeschützt lagern
- Jedes Aliquot mit Lot-Nummer und Datum beschriften
Hintergrund
Die grundlegenden Abbaumechanismen wie Deamidierung, Oxidation und Aggregation sind für Peptide und Proteine gut beschrieben. Eine häufig zitierte Übersicht ist Manning et al. (2010).